Die Punkrocker aus dem rheinland-pfälzischen Gimbweiler haben gerade ihr sechstes Album angekündigt. Im Interview haben sie uns verraten, was sie in den vergangenen zehn Monaten der Live-Abstinenz getrieben haben und gegen welche Band sie gerne im Bullriding antreten würden.


©Pascow

Ihr habt gerade erst ein neues Album angekündigt, was könnt ihr uns schon jetzt über die Platte verraten?
Schlagzeug, Bass und Gitarre sind in jedem Fall darauf vertreten, manchmal sogar Gesang gepaart mit Worten. Es wird unser sechstes Album sein und nach zwei Tagen im Studio haben wir mental und körperlich unser Pulver bereits verschossen.  Trotzdem werden wir dieses Mal etwas mehr Zeit im Studio verbringen um die Ideen, die wir im Kopf haben, auch wirklich auf die Platte bringen zu können.

Songbaustellen

Was habt ihr in den fast zehn Monaten Live-Abstinenz sonst noch getrieben?
Wir waren viel im Proberaum um die Songs fertig zu machen und uns auf die Aufnahmen vorzubereiten. Wir hatten sehr viele Songs und Baustellen und es hat einige Zeit gedauert bis wir die Lieder zusammen hatten, die es jetzt auf das Album schaffen werden. Ansonsten hatte auch jeder von uns abseits der Band – privat und beruflich – einiges zu tun und zu regeln.

Werdet ihr von den neuen Songs auch schon welche mit zum Rodeo bringen? Überhaupt, wie fühlt es sich an, einen Song erstmals live zu spielen?
Ob wir neue Songs beim Rodeo spielen werden, steht noch in den Sternen und ist abhängig davon, was in den kommenden beiden Wochen passieren wird. Vorab-Premieren sind bei uns selten, da wir die neuen Songs meist zusammen mit dem Release der Platte live präsentieren. Aber auch dann ist es was Besonderes, da wir erstmals erleben, wie die Leute darauf reagieren und ob wir uns gut genug darauf vorbereitet haben. Manchmal stellt sich auch heraus, dass Songs, die auf Platte gut funktionieren, live nicht unbedingt zünden und umgekehrt natürlich auch.

Festival-Must-Haves

Was darf auf keinem Festival fehlen?
Musik, Getränke und Toiletten. Der Rest ergibt sich dann fast selbst.

Gegen welche andere Band würdet ihr gerne im Bullriding antreten?
Job for a Cowboy,  Ride against the Machine... am liebsten aber Eisenpimmel!

 

Interview: Diana Ringelsiep

Die Punkrocker von Kloode waren gerade mit Alex im Studio, um ihre neue Platte aufzunehmen. Wie er sich als Produzent gemacht hat und wie ihr helfen könnt, das gute Stück auf CD und Vinyl herauszubringen, haben uns die Düsseldorfer im Interview erzählt.

Angenommen, man kennt euch nicht. Wie würdet ihr eure Musik beschreiben?
Alles in allem fassen wir unsere Musik unter dem weitläufigen Begriff „Punkrock“ zusammen. Während unsere letzte Platte starke Rock-Einflüsse hatte, sind auf der neuen Platte sehr viel Reggae-, Ska- und Soul-Einschläge zu hören. Unsere Texte sind in der Regel nicht so ernst gemeint, meist sind es liebevolle Geschichte über dies und das. Am besten macht ihr euch ein eigenes Bild: Hier gibt es unsere alte Scheibe zum Download.

Unterstützer gesucht

Ihr habt gerade eine Platte mit Rodeo-Veranstalter Alex aufgenommen. Wie kam das zustande und wie hat er sich als Produzent gemacht?
Für unsere zweite Scheibe wollten wir uns Hilfe von außen holen und so haben wir ein paar potenzielle Kandidaten angeschrieben. Alex hat sich gemeldet und die Chemie hat direkt gestimmt. Bei den ersten Sessions im Proberaum haben wir dann in erster Linie Bier getestet und nebenbei etwas an den Songs geschraubt. Schon da haben die Ideen, die Alex eingebracht hat, die Songs direkt aufgewertet. Es gab viele kleine Änderungen, aber vor allem wurde ausgemistet. Wenn man einen Song schon hundertmal gespielt hat, sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht, da hilft der Blick von außen. Im Studio „Salon Berlin“ ist dann auch noch mal viel passiert. Alle in einem Raum, alles live, teilweise sogar der Gesang – Alex war dabei ein großer Motivator. Großartig, es hat uns Riesenspaß gemacht. Die Platte ist jetzt jedenfalls im Mastering und wir sind schon ganz gespannt auf das Ergebnis.

Motivator Alex war im Studio kaum zu bremsen :D

Doch um sie bald in den Händen halten zu können, braucht ihr noch ein bisschen Unterstützung. Was können wir tun und was haben wir davon?
Oh ja. Denn wir haben uns nicht nur körperlich, sondern auch finanziell verausgabt. Das Sackerl ist leer. Daher haben wir ein Crowdfunding gestartet, um die Lücke bei der Vervielfältigung des neuen Materials auf CD und Vinyl zu schließen. Hier könnt ihr uns dabei unterstützen und ein paar schöne Dankeschöns abgreifen. Neben CDs und LPs könnt ihr für den guten Zweck auch Biertests, Skatrunden und sogar privaten Bass- und Drum-Unterricht mit uns ergattern. In Kürze wird es dort zudem auch die Möglichkeit geben, mit uns einen Backstage-Tag auf dem Ruhrpott Rodeo zu verbringen.

Nacktgrillen & Crowdsurfing

Was ist eure geilste Festival-Erinnerung?
Also Festivals sind ja eigentlich fast immer geil – das reicht vom Nacktgrillen bis zum Crowdsurfing als Fortbewegungsmittel. Und ohne schleimen zu wollen, das Ruhrpott Rodeo ist tatsächlich seit fünf Jahren unser Lieblingsfestival – selbstverständlich neben Sebastians Heimatzoo Festival. Es ist einfach entspannt auf dem Rodeo, es spielen ausschließlich geile Bands und die Infrastruktur ist top. Davon ab, bleibt Backstage mit Steven Adler, dem ehemaligen Drummer von Guns N' Roses, wohl eine besondere Erinnerung.

Auf welche drei Dinge freut ihr euch am meisten?
Musik, Alex & Dixi!

Interview: Diana Ringelsiep

Die Flensburger sind schon fast 20 Jahre gemeinsam unterwegs in Sachen Punkrock. Anlässlich ihres anstehenden Auftritts auf dem Ruhrpott Rodeo haben wir uns Bassist Tobert geschnappt und ihm ein paar Fragen gestellt.

Turbostaat
Foto: ©Andreas Hornoff

Ihr habt neulich das Conne Island abgerissen und das Ganze für ein Live-Album aufgenommen. Inwiefern unterscheidet sich ein solches Aufnahme-Konzert von anderen?
Bemerkenswert ist, wie laut und textsicher das Publikum war. Die Aufforderung, zusammen zu singen, haben alle ernst genommen. Und sie haben so laut gesungen, dass man auf den Raum-Mikros nix anderes hört, als diesen Riesenchor. Es ist ein schönes Gefühl, wenn man die eigenen Lieder vorgesungen bekommt – und das besser als man es selber kann. Ansonsten unterscheidet sich, was wir da aufgenommen haben, kaum von unseren regulären Konzerten. Man muss bloß alles ein bisschen leiser machen, ein paar Mikros mehr aufstellen und aufpassen, dass man die Eins erwischt. Dann passt das schon, meint unserer Prozent Moses Schneider. 

Kein Blick zurück

Ihr geht stark auf euer 20-jähriges Jubiläum zu. Wie blickt ihr auf die letzten zwei Jahrzehnte zurück und was waren die größten Überraschungen?
Ich bleibe nach wie vor erstaunt, dass ich noch nie eine Sekunde lang einen Gedanken daran verschwendet habe, was ich hier mache, wie lange ich es schon mache, was das Ganze soll und wohin es führen wird. In den Bus einsteigen und losfahren – das hat immer gut funktioniert und sich auch immer gut angefühlt. Dabei bleibe ich. Überraschend finde gerade, dass wir beim Proben ab und an auch mal ne kurze Hose tragen. Doch ich bin trotz der Umstände meistens gefasst. 

Die Beatsteaks haben euch eingeladen, mit ihnen die Wuhlheide zu rocken. Mit welcher der diesjährigen Rodeo-Bands würdet ihr gerne mal die Bühne teilen?
Dead Kennedys wären toll. Aber die richtigen von damals, mit Power!

Komplette Outfit-Eskalation

Seid ihr privat eher Festival-Menschen oder Clubgeher?
Ich gehe lieber essen, aber für alle gesprochen: Club zuerst!

Und worauf freust du dich in Hinblick auf den Rodeo-Auftritt?
Peter setzt ab und zu bei zu viel Sonne und Gegenlicht eine Brille oder Mütze beim Schlagzeugspielen auf. Das sieht unerhört dämlich aus und gefällt mir richtig gut. Ich bin recht aufgeregt, ob das passiert und kann es kaum erwarten, weil wir uns dann alle sehr freuen werden. 

Interview: Diana Ringelsiep

In Frankreich gibt es kein Vorbeikommen an den Pop-Punks mit den lustigen Texten. Und wer das Trio bereits als Support-Act von WIZO gesehen hat, wird bestätigen, dass die Jungs trotz Sprachbarriere eine Wahnsinnsshow abliefern. Im Interview hat Tibo über die Einfüsse der Band und ihre Erinnerungen an Deutschland gesprochen.

 

Erst einmal Glückwunsch zum vierten Album. Wie würdet ihr eure Musik einem Rodeo-Besucher beschreiben, der noch nie von euch gehört hat und kein Französisch spricht?
Wir bezeichnen uns selbst als Rock’N’Drôle-Band, was einem Mix aus Rockmusik und Comedy entspricht. Zu unseren größten Einflüssen gehören amerikanische Punkrock-Bands wie Green Day, Blink 182 und The Offspring, aber auch einige französische Comedy-Rockbands. Wir lieben es zu parodieren, was im Endeffekt heißt, wir nehmen eine Pop-, Rock- oder Punkbasis und fügen lustige Texte hinzu.

Je ne parle pas français

Vor einigen Jahren war die Sängerin Zaz in Deutschland sehr erfolgreich mit französischen Songtexten, doch das kommt eher selten vor. Wie geht ihr mit der Sprachbarriere um?
Ja, das ist tatsächlich nicht so leicht. Als wir 2006 mit WIZO auf Tour waren, wurde uns das Ausmaß dieser Herausforderung erst richtig bewusst. Damals haben wir eine Setlist eigens für diese Tour erstellt. Sie bestand aus den Songs mit den einfachsten Mitsing-Refrains und in den Pausen machten wir ein paar Witze auf Englisch. Das lief wie am Schnürchen.

Humor spielt eine wichtige Rolle in eurer Musik. Hand aufs Herz, sind wir Deutschen wirklich so unlustig wie unser Ruf?
Ist das so? Das war mir gar nicht bekannt und ich muss dem vehement widersprechen! Wir haben extrem viel Spaß in Deutschland gehabt, sehr nette Menschen kennengelernt und nahezu durchgehend gelacht. Wir haben uns sehr in die Deutschen und das Land verliebt, daher können wir es kaum erwarten, im Sommer zurückzukommen.

Rückblick & Vorfreude

Welche Erinnerungen habt ihr sonst noch an die Zeit mit WIZO?
An erster Stelle ist da natürlich die Erinnerung an zahlreiche umwerfende Konzerte. Rückblickend gehört diese Zeit zu den tollsten Erfahrungen unseres Lebens. Die Tour hat uns mit wunderbaren Menschen zusammengeführt und uns als Musiker in vielerlei Hinsicht bereichert.

Worauf freut ihr euch in Hinblick auf das Ruhrpott-Rodeo am meisten?
Darauf, die Bühne mit fantastischen Bands zu teilen und auf das Deutsche Publikum.

 

Interview: Diana Ringelsiep

Vor sechs Jahren saß Diana mit ihren Freunden von People Like You Records (PLY) in einer Essener Kneipe, wo an dem Abend ein paar Jungs aus Düsseldorf vorbeikamen, um ihren ersten Plattenvertrag zu unterschreiben. Gefeiert wurde mit einer Runde Herrengedeck für alle. Seitdem ist bei den Rogers viel passiert. Im Interview lassen die letzten Jahre Revue passieren.


Kay Özdemir

Sechs Jahre ist es her, dass wir zusammen im Anyway saßen und ihr euren Vertrag bei PLY unterschrieben habt. Was ist seither alles passiert, womit ihr damals nicht gerechnet hättet?
Wir durften mehrfach auf Tour gehen und auf unglaublich vielen Festivals spielen. Einige Menschen kommen mittlerweile sogar regelmäßig zu unseren Konzerten und geben uns unfassbar positives Feedback zu unserer Musik. All das ist weitaus mehr als wir uns jemals vorstellen konnten. Dafür sind wir mega dankbar.

Weggefährten

Wer hat euch auf eurem Weg begleitet?
Insbesondere Tobbe und Felix, die uns damals als absolute Katastrophenband zu People Like You Records geholt haben. Sie waren es auch, die uns mit unserem Booker Nico bei Kingstar Music in Hamburg zusammengebracht haben. Nico motiviert uns seither mit fanatischem Ehrgeiz und unbändiger Arbeitswut. Jedes Jahr schickt er uns aufs Neue quer durch die Republik sorgt dafür, dass wir uns zuhause nicht zu wohl fühlen.

Ihr seid eine Band, die mit ihren Songs von Anfang an politisch Stellung bezogen und Haltung gezeigt hat. Welches Feedback bekommt ihr dafür?
Seit Erscheinen der neuen Platte werden wir immer öfter im Positiven darauf angesprochen, da wir seit „Augen auf“ einfach mehr Anerkennung in sogenannten Fachzeitschriften, Fanzines oder anderen Medien bekommen. Natürlich verirren sich auch immer wieder ein paar Volltrottel auf unsere Kanäle, die unsere Texte und unsere Haltung scheiße finden und das auch sagen. Aber genau deswegen ist es uns so wichtig, unsere Meinung offen kundzutun. Diese Leute sollen sich ruhig durch uns gestört und belästigt fühlen. Hauptsache sie merken, dass sich jemand gegen ihre bescheuerten Ideale und ihre rückschrittliche Weltanschauung stellt.

Totalausfall durch Trunkenheit

Das Ruhrpott Rodeo ist für euch ja quasi ein Heimspiel. Welche Erinnerungen verbindet ihr mit dem Festival?
Das Rodeo steht für den puren Punk: Wir waren 2015 mal da, um etwas Werbung für unser damaliges Album „Nichts zu verlieren“ zu machen und Alex hat sich freundlicherweise dazu bereit erklärt, uns auf dem Campingplatz ein Akustikkonzert spielen zu lassen. Am Ende des Tages, lag ich voll wie ein Eimer mit einem Allergieschock im Zelt und Chri und Artur waren total besoffen – das Unplugged-Konzert hat nie stattgefunden. Umso schöner, dass wir trotzdem nochmal wiederkommen und dieses Mal sogar offiziell spielen dürfen.

Bei welcher der angekündigten Bands würdet ihr gerne für einen gemeinsamen Song auf die Bühne stürmen und welcher wäre das?
Ganz klar bei „Bro Hymn“ von Pennywise und „I’d tell you but“ von Anti Flag.

Interview: Diana Ringelsiep