Sie gehören zu den Urgesteinen unter den Melodic-Punk-Bands und blicken mittlerweile auf 27 Jahre Bandgeschichte zurück: No Fun At All. Zehn Jahre nach ihrem letzten Album erscheint kommende Woche nun die neue Platte „GRIT“, mit der die Schweden im Sommer auch auf dem Ruhrpott Rodeo aufschlagen werden. Sänger Ingemar Jansson hat mit uns über den neuen Sound der Band und sein deutsches Lieblingsessen gesprochen.

 
Foto: Jon Alexandersson

No Fun At All gibt es mittlerweile seit fast 30 Jahren. Was ist dir rückblickend in besonderer Erinnerung geblieben?
Einen der schönsten Momente erlebten wir gleich zu Beginn unserer Karriere, im Jahr 1994, als wir Pennywise in einem kleinen Club namens Kafé 44 in Stockholm supportet haben. Der Laden war auf ca. 150 Leute ausgelegt, doch draußen standen an die 400 Kids auf der Straße. Also fragten uns die Jungs von Pennywise, ob wir bereit wären, einen Double-Gig zu spielen und wir sagten: „Hell, yes!“ Wir ließen die ersten 200 rein und der Club platzte aus allen Nähten. Die Show war der Wahnsinn. Als wir fertig waren, machten die nassgeschwitzten Leute Platz für die nächsten 200 und wir spielten das komplette Konzert noch mal. Das war eine verrückte Nacht.

Vor einem Jahr habt ihr euren Fans zwei neue Bandmitglieder vorgestellt. Woher kanntet ihr Fredrik und Stefan und wie kommt ihr mit dem neuen Line-up zurecht?
Stefan kannten wir bereits durch seine alte Band Atlas Loosing Grip, mit der wir einige Male zusammen auf Tour waren. Fredrik kannten wir hingegen nicht persönlich, lediglich seine vorherigen Bands waren uns ein Begriff: Twopointeight, Fas 3 und Knivderby. Die neue Zusammensetzung funktioniert wirklich gut und fühlt sich richtig an. Stefan und Fredrik sind großartige Musiker, die absolut wissen, was sie tun.

Neuer Sound

Zehn Jahre nach „Low Rider“ erscheint am 13. April 2018 euer neues Album „GRIT“, das von Millencolin-Gitarrist Mathias Färm produziert wurde. Was macht einen guten Produzenten aus und wie würdest du den Sound der neuen Platte beschreiben?
Ein guter Produzent kann hören, wohin eine Band möchte und erweckt diesen Sound zum Leben. Die Zusammenarbeit mit Mathias hat die ganze Zeit über unglaublich viel Spaß gemacht. Er ist ein lustiger Typ, wir kennen uns mittlerweile schon über 20 Jahre. Mit seiner Hilfe haben wir einen komplett neuen Sound geschaffen – „GRIT“ klingt zwar noch immer nach No Fun At All, doch insgesamt ist das Album anspruchsvoller als seine Vorgänger.

Im Juli werdet ihr auf dem Ruhrpott Rodeo spielen. Mit welchen Gefühlen siehst du als Sänger großen Shows wie dieser entgegen?
Die größte Herausforderung ist es, als Band die riesige Hauptbühne zu füllen. Doch was das angeht, habe ich Glück – meistens stehe ich an einem Fleck, während die anderen die ganze Zeit über herumlaufen müssen. Wir freuen uns auf jeden Fall schon sehr. Touren gehört zu den besten Dingen überhaupt im Leben.

Tourbus-Aroma

Was genau macht das Tourleben denn zu einer so großartigen Sache und gibt es auch etwas, das nicht ganz so toll ist?
Es gibt einfach nichts Besseres als jeden Abend für andere Leute zu spielen, die deine Musik lieben. Aber auch das Reisen an sich macht sehr viel Spaß. Wir lernen ständig neue Menschen kennen, kommen an spannende Orte und essen interessante Dinge. Was will man mehr? Bloß der Gestank der fauligen Bühnenklamotten dürfte für meinen Geschmack etwas weniger penetrant sein.

Und zum Schluss: Verrate uns bitte, was du in Deutschland am liebsten isst, wo du am liebsten bist und welche Band dir am besten gefällt.
Ich liebe alles mit Knödeln, bin gerne in Berlin und mag Kraftwerk.

Interview: Diana Ringelsiep