Die Schweden haben bisher noch jede Bühne abgerissen. Daher freuen wir uns sehr, sie auch in diesem Jahr auf dem Ruhrpott Rodeo begrüßen zu dürfen. Power-Frontfrau Cecilia hat unserer Reporterin Rede und Antwort gestanden. Wer hätte gedacht, dass sie sich ausgerechnet auf drei der deutschen Acts besonders freut?

Glückwunsch erst mal zu eurem großartigen Album „Radio Rebelde“. Ihr seid jetzt schon eine Weile damit unterwegs – wie ist das Feedback bisher?
Danke dir! Das Live-Feedback ist einfach großartig. Die Leute scheinen unsere neuen Songs zu lieben, sie singen fast alle Lieder mit und das funktioniert wunderbar. Von daher: Ja, wir lieben es, die Songs zu spielen.

Superkräfte tanken

Ihr habt vor ein paar Wochen Die Toten Hosen supportet und die Fotos davon waren der Wahnsinn. Wie war das für euch?
Es hat unfassbar viel Spaß gemacht, mit den Hosen zu spielen. Die Jungs sind einfach nur großartig. Sie sind alle super lieb und freundlich – was nicht nur auf die Band, sondern auf die gesamte Crew zutrifft. An dieser Stelle noch mal ein fettes Dankeschön dafür, dass wir dabei sein durften.

Ihr spielt dieses Jahr eine Riesen-Festival-Tour. Wie kommt ihr zwischen den Shows runter?
Haha! Gar nicht. Wir ruhen uns ehrlich gesagt nie richtig aus. Denn auch abseits der Festivals touren wir andauernd. Wenn wir nicht gerade in Deutschland unterwegs sind, spielen wir in Spanien oder Schweden. Da bleibt nicht viel Luft, um zur Ruhe zu kommen. Zuhause verbringen wir dann viel Zeit mit unseren Familien, aber natürlich gibt es dort auch jede Menge alltäglicher To-Dos, wie bei allen anderen Menschen auch. Die Kraft dafür liefern die Musik und unser Publikum. Wir lieben es, auf der Bühne zu stehen. Da oben tanken wir Energie und haben viel Spaß. Das macht die Tage wieder gut, an denen die Stimmung mal etwas gedämpft ist.

GRLPWR im achten Monat

Wir freuen uns so sehr, euch dieses Jahr wieder auf dem Ruhrpott Rodeo dabeizuhaben. Was ist deine schönste Erinnerung an unser Festival?
Das war natürlich die Show, bei der ich im achten Monat schwanger war. Ein sehr besonderer Moment; mein Sohn Juno liebt es, sich die Aufnahmen von damals anzuschauen. Das ist supersüß. Aber davon ab genießen wir die Zeit beim Ruhrpott Rodeo immer sehr. Die Atmosphäre in Hünxe ist einzigartig. Die Leute sind sehr nett und wir treffen dort immer Freunde. Zudem sorgt Alex immer für ein Killer-Line-Up! Beim letzten Mal haben wir viel Zeit mit unseren Freunden von Asta Kask verbracht, die am selben Tag gespielt haben wie wir. Mal sehen was uns diesmal erwartet.

Irgendwelche Acts, auf die du dich besonders freust?
Wir freuen uns schon total, unsere Freunde von der Antilopen Gang, Pascow und Feine Sahne Fischfilet wiederzutreffen. Außerdem zählt Anti Flag zu meinen Highlights. Aber ich bin mir sicher, dass das ganze Festival eine unvergessliche Party wird.

 

Interview: Diana Ringelsiep

Der niederländische Singer-Songwriter ist dieses Jahr bereits zum zweiten Mal beim Ruhrpott Rodeo zu Gast. Im Interview hat er uns von seiner Jugend in einem Vorort von Amsterdam erzählt und uns verraten, wie seine Eltern reagiert haben, als er ihnen verkündete, seinen Job hinzuschmeißen, um Musiker zu werden.


Foto: Jaro Suffner

Welche Platte hast du zuletzt gehört und was ist deine aktuelle Lieblingsband?
Das war „Total Clarity” von Against Me! – die gehört zu meinen absoluten All-Time-Favorites, zusammen mit The Avett Brothers.

Du bist in Amsterdam aufgewachsen. War deine Jugend in „Sin-City“ so aufregend wie man sich das hierzulande vorstellt?
Tatsächlich bin ich in einem Vorort von Amsterdam aufgewachsen. Das war nicht wirklich aufregend, aber auch nicht schlecht. Wir hatten ein cooles Juegendzentrum, wo jede Menge Bands spielten. Auch ich habe dort meine ersten Shows gespielt und öfter den Sound für andere gemacht. Dort fing alles an, daher will ich mich nicht beschweren. Und natürlich haben wir auch von der Nähe zu Amsterdam profitiert, denn dort gibt es eine ganze Reihe richtig toller Venues, in denen ich unzählige Shows besucht habe.

Zwischen Heim- und Fernweh

Du bezeichnest dich selbst als rastlos und dennoch hast du eine sehr enge Bindung zu deinen Eltern. Was halten sie von deinem Lebensstil?
Sie unterstützen mich, wo sie nur können. Dafür bin ich ihnen sehr dankbar, denn das ist nicht selbstverständlich. Wären sie dagegen gewesen, hätte das wahrscheinlich nichts an meiner Lebensart geändert, doch ihre Unterstützung macht vieles einfacher für mich. Ich habe sie damals gefragt, was sie davon halten, dass ich meinen Job kündigen möchte, um auf Tour zu gehen. Und sie haben nicht versucht, mich davon abzuhalten, sondern waren der Meinung, dass ich meinen Weg gehen muss. Sie glaubten, dass sich eine neue Tür öffnen würde, sollte es mit der Musik nicht klappen. Ich habe großartige Eltern und wünschte, mehr Menschen würden ihre Kinder dabei unterstützen, sich selbst zu finden – unabhängig davon, ob sie zehn oder dreißig Jahre alt sind.

Urlaub mit Startschwierigkeiten

Du bist sehr reiselustig. Hast du irgendwelche Urlaubspläne für dieses Jahr?
Ich komme gerade von einem kleinen Frankreich-Trip zurück. Leider war das Wetter die meiste Zeit über scheiße und ich habe mich direkt am ersten Tag mit dem Skateboard auf die Fresse gelegt. Klingt nach einem grandiosen Urlaub, ich weiß… Aber davon ab habe ich ein paar tolle Orte besucht und ausreichend Energie für die anstehenden Festivals tanken können.

Apropos, wir freuen uns sehr, dich dieses Jahr wieder dabei zu haben. Welche Erwartungen hast du an das Ruhrpott Rodeo?
Yeah, die Freude ist ganz auf meiner Seite. Wir sind schon alle sehr aufgeregt, nach fünf Jahren zum Rodeo zurückzukehren. Bei unserem ersten Auftritt 2013 hatten wir einen straffen Zeitplan und mussten direkt weiter. Ich hoffe, dass es diesmal etwas entspannter wird und wir genug Zeit haben, um uns selbst ein paar Bands anzuschauen und das Festival zu genießen.

 

Interview: Diana Ringelsiep

Die Punkrocker aus dem rheinland-pfälzischen Gimbweiler haben gerade ihr sechstes Album angekündigt. Im Interview haben sie uns verraten, was sie in den vergangenen zehn Monaten der Live-Abstinenz getrieben haben und gegen welche Band sie gerne im Bullriding antreten würden.


©Pascow

Ihr habt gerade erst ein neues Album angekündigt, was könnt ihr uns schon jetzt über die Platte verraten?
Schlagzeug, Bass und Gitarre sind in jedem Fall darauf vertreten, manchmal sogar Gesang gepaart mit Worten. Es wird unser sechstes Album sein und nach zwei Tagen im Studio haben wir mental und körperlich unser Pulver bereits verschossen.  Trotzdem werden wir dieses Mal etwas mehr Zeit im Studio verbringen um die Ideen, die wir im Kopf haben, auch wirklich auf die Platte bringen zu können.

Songbaustellen

Was habt ihr in den fast zehn Monaten Live-Abstinenz sonst noch getrieben?
Wir waren viel im Proberaum um die Songs fertig zu machen und uns auf die Aufnahmen vorzubereiten. Wir hatten sehr viele Songs und Baustellen und es hat einige Zeit gedauert bis wir die Lieder zusammen hatten, die es jetzt auf das Album schaffen werden. Ansonsten hatte auch jeder von uns abseits der Band – privat und beruflich – einiges zu tun und zu regeln.

Werdet ihr von den neuen Songs auch schon welche mit zum Rodeo bringen? Überhaupt, wie fühlt es sich an, einen Song erstmals live zu spielen?
Ob wir neue Songs beim Rodeo spielen werden, steht noch in den Sternen und ist abhängig davon, was in den kommenden beiden Wochen passieren wird. Vorab-Premieren sind bei uns selten, da wir die neuen Songs meist zusammen mit dem Release der Platte live präsentieren. Aber auch dann ist es was Besonderes, da wir erstmals erleben, wie die Leute darauf reagieren und ob wir uns gut genug darauf vorbereitet haben. Manchmal stellt sich auch heraus, dass Songs, die auf Platte gut funktionieren, live nicht unbedingt zünden und umgekehrt natürlich auch.

Festival-Must-Haves

Was darf auf keinem Festival fehlen?
Musik, Getränke und Toiletten. Der Rest ergibt sich dann fast selbst.

Gegen welche andere Band würdet ihr gerne im Bullriding antreten?
Job for a Cowboy,  Ride against the Machine... am liebsten aber Eisenpimmel!

 

Interview: Diana Ringelsiep

Die Punkrocker von Kloode waren gerade mit Alex im Studio, um ihre neue Platte aufzunehmen. Wie er sich als Produzent gemacht hat und wie ihr helfen könnt, das gute Stück auf CD und Vinyl herauszubringen, haben uns die Düsseldorfer im Interview erzählt.

Angenommen, man kennt euch nicht. Wie würdet ihr eure Musik beschreiben?
Alles in allem fassen wir unsere Musik unter dem weitläufigen Begriff „Punkrock“ zusammen. Während unsere letzte Platte starke Rock-Einflüsse hatte, sind auf der neuen Platte sehr viel Reggae-, Ska- und Soul-Einschläge zu hören. Unsere Texte sind in der Regel nicht so ernst gemeint, meist sind es liebevolle Geschichte über dies und das. Am besten macht ihr euch ein eigenes Bild: Hier gibt es unsere alte Scheibe zum Download.

Unterstützer gesucht

Ihr habt gerade eine Platte mit Rodeo-Veranstalter Alex aufgenommen. Wie kam das zustande und wie hat er sich als Produzent gemacht?
Für unsere zweite Scheibe wollten wir uns Hilfe von außen holen und so haben wir ein paar potenzielle Kandidaten angeschrieben. Alex hat sich gemeldet und die Chemie hat direkt gestimmt. Bei den ersten Sessions im Proberaum haben wir dann in erster Linie Bier getestet und nebenbei etwas an den Songs geschraubt. Schon da haben die Ideen, die Alex eingebracht hat, die Songs direkt aufgewertet. Es gab viele kleine Änderungen, aber vor allem wurde ausgemistet. Wenn man einen Song schon hundertmal gespielt hat, sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht, da hilft der Blick von außen. Im Studio „Salon Berlin“ ist dann auch noch mal viel passiert. Alle in einem Raum, alles live, teilweise sogar der Gesang – Alex war dabei ein großer Motivator. Großartig, es hat uns Riesenspaß gemacht. Die Platte ist jetzt jedenfalls im Mastering und wir sind schon ganz gespannt auf das Ergebnis.

Motivator Alex war im Studio kaum zu bremsen :D

Doch um sie bald in den Händen halten zu können, braucht ihr noch ein bisschen Unterstützung. Was können wir tun und was haben wir davon?
Oh ja. Denn wir haben uns nicht nur körperlich, sondern auch finanziell verausgabt. Das Sackerl ist leer. Daher haben wir ein Crowdfunding gestartet, um die Lücke bei der Vervielfältigung des neuen Materials auf CD und Vinyl zu schließen. Hier könnt ihr uns dabei unterstützen und ein paar schöne Dankeschöns abgreifen. Neben CDs und LPs könnt ihr für den guten Zweck auch Biertests, Skatrunden und sogar privaten Bass- und Drum-Unterricht mit uns ergattern. In Kürze wird es dort zudem auch die Möglichkeit geben, mit uns einen Backstage-Tag auf dem Ruhrpott Rodeo zu verbringen.

Nacktgrillen & Crowdsurfing

Was ist eure geilste Festival-Erinnerung?
Also Festivals sind ja eigentlich fast immer geil – das reicht vom Nacktgrillen bis zum Crowdsurfing als Fortbewegungsmittel. Und ohne schleimen zu wollen, das Ruhrpott Rodeo ist tatsächlich seit fünf Jahren unser Lieblingsfestival – selbstverständlich neben Sebastians Heimatzoo Festival. Es ist einfach entspannt auf dem Rodeo, es spielen ausschließlich geile Bands und die Infrastruktur ist top. Davon ab, bleibt Backstage mit Steven Adler, dem ehemaligen Drummer von Guns N' Roses, wohl eine besondere Erinnerung.

Auf welche drei Dinge freut ihr euch am meisten?
Musik, Alex & Dixi!

Interview: Diana Ringelsiep

Die Flensburger sind schon fast 20 Jahre gemeinsam unterwegs in Sachen Punkrock. Anlässlich ihres anstehenden Auftritts auf dem Ruhrpott Rodeo haben wir uns Bassist Tobert geschnappt und ihm ein paar Fragen gestellt.

Turbostaat
Foto: ©Andreas Hornoff

Ihr habt neulich das Conne Island abgerissen und das Ganze für ein Live-Album aufgenommen. Inwiefern unterscheidet sich ein solches Aufnahme-Konzert von anderen?
Bemerkenswert ist, wie laut und textsicher das Publikum war. Die Aufforderung, zusammen zu singen, haben alle ernst genommen. Und sie haben so laut gesungen, dass man auf den Raum-Mikros nix anderes hört, als diesen Riesenchor. Es ist ein schönes Gefühl, wenn man die eigenen Lieder vorgesungen bekommt – und das besser als man es selber kann. Ansonsten unterscheidet sich, was wir da aufgenommen haben, kaum von unseren regulären Konzerten. Man muss bloß alles ein bisschen leiser machen, ein paar Mikros mehr aufstellen und aufpassen, dass man die Eins erwischt. Dann passt das schon, meint unserer Prozent Moses Schneider. 

Kein Blick zurück

Ihr geht stark auf euer 20-jähriges Jubiläum zu. Wie blickt ihr auf die letzten zwei Jahrzehnte zurück und was waren die größten Überraschungen?
Ich bleibe nach wie vor erstaunt, dass ich noch nie eine Sekunde lang einen Gedanken daran verschwendet habe, was ich hier mache, wie lange ich es schon mache, was das Ganze soll und wohin es führen wird. In den Bus einsteigen und losfahren – das hat immer gut funktioniert und sich auch immer gut angefühlt. Dabei bleibe ich. Überraschend finde gerade, dass wir beim Proben ab und an auch mal ne kurze Hose tragen. Doch ich bin trotz der Umstände meistens gefasst. 

Die Beatsteaks haben euch eingeladen, mit ihnen die Wuhlheide zu rocken. Mit welcher der diesjährigen Rodeo-Bands würdet ihr gerne mal die Bühne teilen?
Dead Kennedys wären toll. Aber die richtigen von damals, mit Power!

Komplette Outfit-Eskalation

Seid ihr privat eher Festival-Menschen oder Clubgeher?
Ich gehe lieber essen, aber für alle gesprochen: Club zuerst!

Und worauf freust du dich in Hinblick auf den Rodeo-Auftritt?
Peter setzt ab und zu bei zu viel Sonne und Gegenlicht eine Brille oder Mütze beim Schlagzeugspielen auf. Das sieht unerhört dämlich aus und gefällt mir richtig gut. Ich bin recht aufgeregt, ob das passiert und kann es kaum erwarten, weil wir uns dann alle sehr freuen werden. 

Interview: Diana Ringelsiep