Vor sechs Jahren saß Diana mit ihren Freunden von People Like You Records (PLY) in einer Essener Kneipe, wo an dem Abend ein paar Jungs aus Düsseldorf vorbeikamen, um ihren ersten Plattenvertrag zu unterschreiben. Gefeiert wurde mit einer Runde Herrengedeck für alle. Seitdem ist bei den Rogers viel passiert. Im Interview lassen die letzten Jahre Revue passieren.


Kay Özdemir

Sechs Jahre ist es her, dass wir zusammen im Anyway saßen und ihr euren Vertrag bei PLY unterschrieben habt. Was ist seither alles passiert, womit ihr damals nicht gerechnet hättet?
Wir durften mehrfach auf Tour gehen und auf unglaublich vielen Festivals spielen. Einige Menschen kommen mittlerweile sogar regelmäßig zu unseren Konzerten und geben uns unfassbar positives Feedback zu unserer Musik. All das ist weitaus mehr als wir uns jemals vorstellen konnten. Dafür sind wir mega dankbar.

Weggefährten

Wer hat euch auf eurem Weg begleitet?
Insbesondere Tobbe und Felix, die uns damals als absolute Katastrophenband zu People Like You Records geholt haben. Sie waren es auch, die uns mit unserem Booker Nico bei Kingstar Music in Hamburg zusammengebracht haben. Nico motiviert uns seither mit fanatischem Ehrgeiz und unbändiger Arbeitswut. Jedes Jahr schickt er uns aufs Neue quer durch die Republik sorgt dafür, dass wir uns zuhause nicht zu wohl fühlen.

Ihr seid eine Band, die mit ihren Songs von Anfang an politisch Stellung bezogen und Haltung gezeigt hat. Welches Feedback bekommt ihr dafür?
Seit Erscheinen der neuen Platte werden wir immer öfter im Positiven darauf angesprochen, da wir seit „Augen auf“ einfach mehr Anerkennung in sogenannten Fachzeitschriften, Fanzines oder anderen Medien bekommen. Natürlich verirren sich auch immer wieder ein paar Volltrottel auf unsere Kanäle, die unsere Texte und unsere Haltung scheiße finden und das auch sagen. Aber genau deswegen ist es uns so wichtig, unsere Meinung offen kundzutun. Diese Leute sollen sich ruhig durch uns gestört und belästigt fühlen. Hauptsache sie merken, dass sich jemand gegen ihre bescheuerten Ideale und ihre rückschrittliche Weltanschauung stellt.

Totalausfall durch Trunkenheit

Das Ruhrpott Rodeo ist für euch ja quasi ein Heimspiel. Welche Erinnerungen verbindet ihr mit dem Festival?
Das Rodeo steht für den puren Punk: Wir waren 2015 mal da, um etwas Werbung für unser damaliges Album „Nichts zu verlieren“ zu machen und Alex hat sich freundlicherweise dazu bereit erklärt, uns auf dem Campingplatz ein Akustikkonzert spielen zu lassen. Am Ende des Tages, lag ich voll wie ein Eimer mit einem Allergieschock im Zelt und Chri und Artur waren total besoffen – das Unplugged-Konzert hat nie stattgefunden. Umso schöner, dass wir trotzdem nochmal wiederkommen und dieses Mal sogar offiziell spielen dürfen.

Bei welcher der angekündigten Bands würdet ihr gerne für einen gemeinsamen Song auf die Bühne stürmen und welcher wäre das?
Ganz klar bei „Bro Hymn“ von Pennywise und „I’d tell you but“ von Anti Flag.

Interview: Diana Ringelsiep