Dritte Wahl gehören mittlerweile schon fast zum Inventar des Festivals. Im Interview blickt Gunnar auf 30 Jahre Bandgeschichte zurück und verrät, worauf er sich am meisten freut. Außerdem konntet ihr uns bei Facebook schreiben, was ihr schon immer mal wissen wolltet – Diana hat den Sänger für euch gefragt.


Foto: Michael Raadts

Wie oft seid ihr jetzt schon dabei gewesen und was gefällt euch am Ruhrpott Rodeo besonders?
Viermal bestimmt, daher betrachten wir uns mittlerweile als eine Art Hausband. Ich persönlich fühle mich auf dem Rodeo sehr wohl, daher mische ich mich auch gerne unters Volk. Es ist einfach so schön familiär und unaufgeregt. Die Größe ist entspannt, es gibt keine unangenehmen Securities und die Musikauswahl entspricht komplett meinem Geschmack.

Ihr feiert dieses Jahr euer 30. Bandjubiläum. Bestimmt gab es in jeder Dekade einen ganz besonderen oder unvergesslichen Moment – welche sind das?
Im ersten Jahrzehnt war das definitiv der Tag, an dem unser erstes Album „Fasching in Bonn“ aus dem Presswerk kam. Den Moment, wenn du deine erste eigene Schallplatte in den Händen hältst, vergisst du nicht. Im zweiten Jahrzehnt war es der Tod unseres Bassisten Busch’n, der für immer unvergessen bleiben wird. Wir wussten damals nicht mal, ob wir weitermachen sollen. Diese Zeit war sehr prägend für die Band. Und der dritte Teil wird seinen Höhepunkt hoffentlich beim diesjährigen Ruhrpott Rodeo finden.

30-jähriges Bandjubiläum

Seit ein paar Wochen seid ihr nun schon wieder unterwegs. Hand aufs Herz, gibt es etwas am Tourleben, das dir nach 30 Jahren auf die Nerven geht?
Ehrlich gesagt, nein. Ich bin gerne mit der Band unterwegs, denn wir sind wirklich gute Freunde und genießen die Zeit miteinander. Nachmittags unterhalten wir uns viel und hören Musik, das macht einfach Spaß. Dass sich einer abseilt und alleine Fernsehen guckt oder sowas gibt es bei uns nicht.

Am 16. März erscheint euer neues Video zu „Runde um Runde“ – was kannst du uns schon darüber verraten?
Für den Dreh haben wir uns eine der berüchtigtsten Rostocker Kneipen von damals ausgesucht und dort mit einem befreundeten Männerchor namens Möwe & die Ölmützen einen wunderbaren Tag verbracht. Dabei herausgekommen ist ein Video mit einer ganz besonderen Atmosphäre. Heute ist der Laden „Zur Kogge“ übrigens ein sehr empfehlenswertes Fischrestaurant – unbedingt hingehen, wenn ihr mal in Rostock seid.

Nachgehakt: Fan-Fragen

Kommen wir abschließend zu den Fragen eurer Fans: Wie kommt es, dass man euch nie zusammen mit Feine Sahne Fischfilet sieht, obwohl ihr aus derselben Ecke kommt und für dieselben Werte steht?
Dafür gibt es keinen besonderen Grund, es ergibt sich einfach nicht so oft. Wir kennen die Jungs schon länger und ich glaube, ich spreche für beide Seiten, wenn ich sage, dass wir Sympathien füreinander hegen. In der Vergangenheit haben wir auch schon ein paar Mal zusammengespielt, daher wird sich die Gelegenheit bestimmt noch mal ergeben.

Was gefällt dir am Ruhrgebiet am besten?
Mir gefällt der Menschenschlag. Die Leute im Pott sind laut und offen – und somit ganz anders als der Mecklenburger an sich. Und auch landschaftlich hat sich mittlerweile einiges getan. Ich wohne ja seit ein paar Jahren in Münster, daher bin ich gar nicht mal so weit weg. Also ja, ich bin ein Ruhrpott-Sympathisant.

Welches Reiseziel magst du besonders und mit wem fährst du dort am liebsten hin?
Ich verreise immer mit der Familie, also mit meinen Kindern und meiner Freundin. Wir sind alle große Skandinavien-Fans, daher fahren wir meistens nach Norwegen.

Und die wichtigste Ruhrpott-Frage zum Schluss: Pommes rot oder weiß?
Mit Mayo!

Interview: Diana Ringelsiep